Inhaber: Günter Hilgen

Der 29.06.1923 war nicht nur der Hochzeitstag von Anna und Emil Hilgen, sondern auch der Tag der Firmengründung ihres Fuhrunternehmens. Mit Pferd und Wagen wurde der Sand aus den Sandkuhlen im Wildenloh transportiert, der für die Erneuerung der Landstraße zwischen Friedrichsfehn und Jeddeloh benötigt wurde. Pferdewagen waren die Transportunternehmen der 20er Jahre und Emil Hilgen ist sein Leben lang ein Pferdefreund geblieben, auch als seine Fahrzeuge längst mit hunderten von Pferdestärken angetrieben wurden. Die Liebe zu Pferden hat sich auch auf sein Söhne und Enkel übertragen.

GeschichteDie Familie Hilgen wohnte damals auf der Landstelle in Kleefeld, wo heute der Sandlagerplatz ist auf dem ein Betriebsgebäude steht. Von 1930-33 zog die Familie zwischenzeitlich nach Hundsmühlen, weil sie den Flughafen in Oldenburg mit ihrem Pferdegespann belieferte. Nach der Rückkehr in Kleefeld kamen die täglichen Fahrten zur Molkerei nach Edewecht dazu – dies bereits mit einem Trecker der Marke MIAG. 1935 wurde der erste (gebrauchte) LKW gekauft, mit dem im Auftrag des Siedlungsamts der Gemeinde die Wege gesandet wurden. Der Umzug nach Friedrichsfehn erfolgte 1943 in das alte Bauernhaus Rosskamp. Es stand da, wo später August Hallmann einen Kaufmannsladen errichtete. Etwa zu gleichen Zeit wurde ein Busanhänger, der hinter den Krupp-LKW gehängt wurde, angeschafft, um damit die Torfarbeiter nach Edewechterdamm zu transportieren. Kurze Zeit später wurde ein „richtiger“ Omnibus von den Verkehrswerken in Wilhelmshaven geliehen, mit dem die Linie Westerstede-Oldenburg gefahren wurde. Der erste eigene Omnibus wurde kurz nach der Währungsreform 1948 bestellt. Ebenso wie der erste neue LKW - ein Büssing. Allerdings wurde dieser ohne Reifen geliefert! Reifen waren absolute Mangelware und nicht auf legalem Wege zu bekommen, also musste man selber sehen, dass man sich irgendwo welche organisierte. Da der neue LKW dringend benötigt wurde, besorgte“ Emil sich Reifen bei den Tommy’s und wurde prompt erwischt. Für diese Tat musste er für 3 Monate nach Oldenburg ins Gefängnis und, welch Zufall, wärend seiner Inhaftierung bei der Familie Pekol arbeiten. Es waren harte Zeiten, aber mit viel Unternehmergeist und Elan erweiterten Emil Hilgen und seine Frau Anna geb. Rohr († 1973) den Betrieb. Anna war immer der gute Geist der Firma und zog mit viel Liebe ihre fünf Kinder, Georg, Heinz, Werner, Günter u. Marga groß. Emil Hilgen war ein Geschäftsmann durch und durch und nie ohne seine Zigarre anzutreffen.

Seit 1950 bis heute ist der Betrieb an der ehemaligen Hauptstraße, heute Friedrichsfehner Straße, ansässig und nach wie vor ein Familienbetrieb. Nach dem Tode des Firmengründers Emil Hilgen im Jahre 1980 übernahm sein Sohn Günter mit Ehefrau Erika den Betrieb, den die beiden auch heute noch mit der Unterstützung der eigenen Kinder leiten. Die Firma Hilgen besitzt heute eine Flotte von fast 40 Omnibussen, die im Reise-, Schul- und Linienverkehr unterwegs ist. Der Fuhrpark wird stets erneuert und modernisiert, um die vielen langjährigen und treuen Kunden wie z.B. die NWZ, die EWE, die Baskets und Mühlenhof-Musikanten zufrieden zu stellen. Einige der Angestellten halten der Firma bereits seit über 40 Jahren die Treue – Ein Beweis für die familiäre Atmosphäre des Unternehmens. Der LKW-Bereich wurde stetig weiterentwickelt und bildet mit Tiefbauarbeiten, Tiefladertransporten und Sandabbau in den eigenen Sandkuhlen das zweite Standbein der Firma.